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Innenleben eines Marathon-/Radrenn-/Triathlon-Veranstalters – Teil II

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Innenleben eines Marathon-/Radrenn-/Triathlon-Veranstalters – Teil II

Bild zum Artikel: Innenleben eines Marathon-/Radrenn-/Triathlon-Veranstalters – Teil II

Werte Freundinnen und Freunde des gepflegten Laufsports/Radsports/Triathlon-Sports,

Zunächst einmal sagen wir zweimal „Danke!“:

Danke für Euer positives Feedback auf unser letztes Statement. Und Danke dafür, dass Ihr weiterhin laufen/radfahren/trainieren geht.

Man könnte annehmen, dass im Herbst die fittesten Sportler aller Zeiten an den Start gehen werden. Im Moment kommen einem so viele Spaziergänger und Walker, Läufer und Sprinter, Radler und Biker entgegen, wie selten zuvor.

Und wisst Ihr, was uns aufgefallen ist? Man schaut sich an und grüßt sich wieder. Der Virus hat also auch seine positiven Auswirkungen.

Aktuell werden in der Politik und in unserem Netzwerk verschiedenste Szenarien zum weiteren Vorgehen diskutiert. Nichts Konkretes, Extreme in beiden Richtungen. Um positiv gestimmt zu bleiben, glaubt man dann den Nachrichten, die von einer Lockerung der Maßnahmen nach den Osterferien berichten.

Sicherlich ist das gut für die Wirtschaft. Aber ob es dann schon wieder Sportveranstaltungen mit mehr als 22 (!) Menschen (Fußball-Geisterspiele) geben wird, ist mehr als fraglich.

Daher kommen auch wir nun in die Situation, entscheiden zu müssen, wie es mit unserem Radrennen ‚Rund um Köln‚ – dem deutschen Radklassiker mit 112 Jahren Tradition – weitergeht‘.

Eine der populärsten Triathlonveranstaltungen in Deutschland, der Triathlon in Roth, ist kürzlich abgesagt worden. Geplanter Termin war der 5. Juli.

Bei der Organisation einer Veranstaltung dieser Größenordnung kommt man irgendwann an einen Punkt, an dem man abwägen muss, ob eine Durchführung noch wirtschaftlich verantwortbar ist – selbst wenn theoretisch eine Austragung noch machbar wäre – weil sich unter anderem kein Teilnehmer mehr anmeldet. Je später man diese Entscheidung trifft, umso mehr Kosten entstehen, und umso höher ist das wirtschaftliche Risiko des Veranstalters. Abgesehen davon, möchte ja auch der Sportler Klarheit haben.

Wir werden bis spätestens Ende April eine Entscheidung über die Durchführung von ‚Rund um Köln‘ 2020 fällen. Diese Entscheidung wird uns sehr schwerfallen, denn für uns sollte es die erste Durchführung als Veranstalter werden. Eine Absage wäre ein denkbar schlechtes Debüt.

Aber warum tun sich die Veranstalter eigentlich so schwer, eine Veranstaltung abzusagen. Es geht natürlich auch ums Geld.
Die wenigsten Veranstalter haben eine Ausfallversicherung für ihr Event. Diejenigen, die eine Versicherung haben, und dann noch das Risiko einer Pandemie mitversichert haben, sind an einer Hand abzuzählen. Und selbst wenn man eine Versicherung abgeschlossen hat, ist noch lange nicht klar, ob diese dann tatsächlich greift.

Wer also trägt die Kosten bei einer Absage? Jeder Veranstalter selbst.

Ob die AGB, in der jeder Veranstalter einen Passus zu einer möglichen Absage hat, juristisch haltbar ist, sei jetzt einmal dahingestellt. Tatsache ist aber, dass bei einer kompletten Erstattung der Startgelder der Veranstalter in der Regel an seine existentielle Grenze kommen wird. Ob eine Verschiebung der Veranstaltung in den ohnehin mit Events vollgepackten Herbst wirtschaftlich helfen kann und sinnvoll ist, lässt sich bezweifeln: Gleichbleibender Organisationsaufwand, viel mehr Veranstaltungen, aber es werden nicht mehr Sportler!

Was eine Austragung unsere Veranstaltungen im Herbst, den Köln City Triathlon und den Generali Köln Marathon, angeht, so ist jede Aussage über eine Durchführung rein spekulativ. Wir können nur weiter die Nachrichten verfolgen und hoffen, dass wir gemeinsam die weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern können und auf unsere Gesundheit achten.

Wir haben eine große Herausforderung vor der Brust. Mit Euer Hilfe schaffen wir das.

Soweit für heute.

Unser Deal steht nach wie vor, wir würden ihn allerdings gerne um einen weiteren Punkt ergänzen. Ihr lauft, radelt und traininert weiter (alleine). Ihr bleibt zu Hause, grüßt beim Laufen/Radfahren/Training weiter und wascht Euch die Hände. Wir organisieren weiter.

 

Euer Orga-Team

Alyssa, Backy, Dominique, Freddie, Hilde, Jan, Jens, Markus, Sebi und Simon

Bild von Sebastian Becker

Autor Sebastian Becker

Sebastian - von uns "Mr. Social" genannt, startete 2006 als Projektleiter und ist mittlerweile als Leiter Kommunikation bei uns mit an Bord. Der diplomierte Kaufmann (FH) verantwortet bei uns alles, was mit der Teilnehmerkommunikation zu tun hat - dies umfasst insbesondere die Bereiche Online und Social: Er betreut u. a. unsere Website, managt unsere Social Media-Kanäle, pusht unsere # Social Wall und verschickt unsere Newsletter.